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Aruna Meike Siewert

Aruna Meike Siewert ist Heilpraktikerin und Dozentin am campus Naturalis in Berlin. Sie erhielt eine 3 jährige Vollzeitausbildung an dem Institut für Phytotherapie, Heilpraktikerschule Heilen mit Pflanzen e.V. und legte ihren Schwerpunkt au Pflanzenheilkunde. Während und nach ihrer Ausbildung hat sie zusätzlich in verschiedenen Bereichen Fort- und Weiterbildungen durchgeführt. Heute findet sie sich im Bereich der energetischen-spirituellen und systematischen Heilweisen wohl.

In unserem Interview verrät Frau Siewert, wie es dazu kam, dass Sie Heilpraktikerin wurde und gibt zahlreiche Ratschläge und Einblicke in Ihr Leben als Heilpraktikerin.

vitalingo: Sie sagen auf Ihrer Website, sie hätten mehrere „Berufsfrösche“ geküsst, unter anderem waren Sie Floristin und Kulturmanagerin, was hat Sie letzten Endes dazu bewegt Heilpraktikerin zu werden?

Mir hat einmal jemand gesagt, „Sie sind eine Sucherin“ und ich denke, die Frau hatte Recht. Ich habe mein ganzes Leben immer wieder Fragen nach dem „woher kommen wir“ und „wohin gehen wir“ gestellt. Alle Berufe, die ich gemacht habe, habe ich gerne gemacht und viel dabei gelernt. Ich denke, ich habe in jedem Beruf ein Potential gelebt, und im Grunde fließt jetzt als Heilpraktikerin alles zusammen. Es ist auch in diesem Beruf sehr praktisch, wenn man kreative Lösungen findet, ich muss mich auch als Heilpraktikerin „vermarkten“, es ist gut zu wissen, wie ich strukturiert arbeiten kann, ich kann ganz gut organisieren und bin – zum Glück – ziemlich pragmatisch. Vieles davon habe ich in meinen ersten zwei Berufen gelernt.

Jetzt kann ich davon zehren. Als ich in einer großen Umbruchphase in meinem Leben war, habe ich mich auf das besonnen, was mich immer fasziniert hat – die Fragen des Lebens und die Naturheilkunde. Vielleicht liegt es auch in den Genen, schon mein Opa war in den 50ziger Jahren einer der wenigen Heilpraktiker, die es in Deutschland gab und ich bin mit der Naturheilkunde groß geworden. Bei der Heilkunde fühle ich mich nun endlich beruflich ganz „angekommen“.

vitalingo: Sie haben eine Praxis in Berlin: Gegen was behandeln Sie und was sind die häufigsten Beschwerden, über die Ihre Patienten klagen?

Die meisten meiner Patienten kommen mit Lebensthemen zu mir. Der Körper bringt diese Disbalance in unserem Leben ja „nur“ durch Krankheit zum Ausdruck. Viele stehen an einem Scheidepunkt in ihrem Leben, z.B. die Partnerschaft ist zerbrochen, oder sie sind beruflich unglücklich und kommen nicht weiter. Viele haben auch ein Trauma ihrer Kindheit nicht überwunden oder sind einsam. Jeder Mensch kommt mit seiner ganz eigenen Geschichte zu mir, was sie alle verbindet ist, dass sie ihr Leben verändern wollen und sie (jetzt) bereit sind, auch die Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Ich arbeite dabei sehr viel auf der energetischen Ebene und die Pflanzen unterstützen meine Arbeit.

Allerdings ändert sich auch das gerade wieder etwas, mein Schwerpunkt verlagert sich von der Praxis mit Einzelbehandlungen auf das Weitergeben meines Wissens in Seminaren und Workshops, womit ich viele Menschen auf einmal erreichen, und etwas bewirken kann. Außerdem schreibe ich wieder. Ich arbeite momentan an einem Exposé für ein neues Buch, das einen Verlag sucht.

vitalingo: Sie haben ein Buch veröffentlicht namens „Pflanzliche Antibiotika“, was hat Sie dazu veranlasst dieses Buch zu schreiben und was darf der Leser von diesem Buch erwarten?

pflanzliche-AntibiotikaIrgendwie kam das Buch genau zur richtigen Zeit. Es ist im September 2013 erschienen und kommt bereits im April 2014 in die 4. Auflage. Wir Menschen stehen an einem Punkt, an dem wir uns entscheiden können, Selbstveranwortung für unser Leben zu übernehmen, oder uns weiter als Opfer zu fühlen. Immer mehr Menschen sehen in ihrer Erkrankung nicht nur etwas, was es zu eliminieren gilt, sondern auch einen Hinweis, ihr Leben vielleicht einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Sie beginnen, der Schulmedizin gegenüber kritischer zu sein.

Ich denke, der „Halbgott in weiß“ hat etwas Federn gelassen in den letzten Jahren und das kann ich nur befürworten. Ich möchte hier betonen, dass die Schulmedizin und die chemischen Medikamente sehr, sehr wichtig und richtig sind – aber der unkritische Umgang damit ist fragwürdig – übrigens denke ich, unkritisch zu sein ist immer ungünstig. Auch bei der Naturheilkunde ist ein gesunder Menschenverstand sicher von Vorteil : ) .

Den Leser erwartet beim Lesen meines Buches neben Wissenswertem zu Antibiotika, Bakterien und Co. Vorschläge für natürliche Alternativen zur vorschnellen Antibiotikatherapie. Eine Behandlung mit natürlichen Antibiotika braucht allerdings meist etwas mehr Arbeit, als „nur“ eine Pille einzunehmen.

Aber bevor man zu den Pflanzen greift ist es sehr wichtig, erstens eine genaue Diagnose seiner Erkrankung (vom Arzt oder Heilpraktiker) zu haben, und zweitens eine genaue Beobachtungsgabe, was den eigenen Gesundheitszustand betrifft. Es ist in meinem Buch auch aufgeführt, was bei einer „Verschleppung“ der Erkrankung schlimmstenfalls geschehen kann und welche Anzeichen für einen baldigen Arztbesuch sprechen.

vitalingo: Was ist der Vorteil von pflanzlichen Heilmitteln gegenüber der chemischen Behandlung und gibt es bestimmte Menschen, die ganz besonders zu natürlichen Heilmittel greifen sollten?

Die Pflanzen wirken immer auf verschiedenen Ebenen. So sind sie z.B. gleichzeitig antibiotisch UND bauen das Immunsystem auf, oder sie wirken gleichzeitig bei Pilzen UND stärken das Allgemeinbefinden und die Darmflora. Somit haben wir hier mehrere positive Eigenschaften in einer Pflanze. Zusätzlich schädigen sie nicht die Darmflora, sondern helfen dem Körper, sich selber zu helfen. Chemische Antibiotika können zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien nicht unterscheiden und eliminieren somit auch die nützlichen Darmbakterien.

Die brauchen wir aber für unsere gesunde Abwehr. Oft werden chemische Antibiotika auch verschrieben, obwohl unklar ist, ob es sich überhaupt um ein Bakterium handelt, dass da sein Unwesen treibt. Gerade bei den Erkältungskrankheiten ist der Übeltäter oft ein Virus – und da helfen die chemischen Antibiotika gar nicht. Ein wichtiger Aspekt sind auch die zunehmenden Resistenzen in der Antibiotikabehandlung. Gerade Menschen, die häufig Antibiotika nehmen mussten würden gut daran tun, bei leichteren Erkrankungen erstmal mit natürlichen Mitteln zu versuchen, die Selbstheilung in Gang zu bringen.

vitalingo: Haben Sie einen Geheimtipp bzgl. einer Pflanze, einem Lebensmittel oder einem Öl, bei dem Sie der Meinung sind, das ist wirklich schon fast ein „Wunderheiler“?

Mit dem Wunder ist das immer so eine Sache…. sagen wir so, ich verreise nie ohne Schafgarbe – obwohl ihr in der Literatur oft nur ein sehr kleiner Platz unter den Heilkräutern eingeräumt wird, finde ich sie sehr kraftvoll. Viele meiner Schüler bestätigen diese Potenz der Pflanze auch. Aber andere Menschen haben andere Vorlieben und auch hier haben wir wieder die Vielfalt der Wirkstoffe (und nicht nur die) in einer Pflanze, die uns dienlich sind. Eine Pflanze hilft nicht „nur“ dem Magen, sondern oft auch dem Darm, den Schleimhäuten im allgemeinen, somit ist sie also auch bei Lungenleiden einsetzbar usw..

vitalingo: Haben Sie selbst Erfahrungen gemacht, dass Pflanzenheilkunde noch einigen Vorurteilen ausgesetzt ist und falls ja, warum denken Sie dass einige Menschen noch skeptisch sind und die Pflanzenheilkunde im Vergleich zur Schulmedizin noch nicht so geläufig ist?

Oft wird die Pflanzenheilkunde als „Blümchenwasser“ abgetan, viele alternative Heilmethoden – und da nimmt sichdie Phytotherapie nicht aus – stehen doch sehr unter der „alles-nur-Placebo-Knute“ der Wissenschaft, weil zwar inzwischen viele Wirkstoffe erkannt und benannt wurden, es aber immernoch sehr viel gibt, was wissenschaftlich bisher noch nicht erklärbar ist. Es sind noch längst nicht alle Inhaltsstoffe benannt und die Wechselwirkung untereinander ist auch in sehr vielen Fällen nicht geklärt.

Pflanzenheilkundlich behandelte Patienten brauchen oft etwas länger, bis eine spürbare Linderung eintritt. Das liegt natürlich auch daran, dass die Pflanzen nicht nur das Symptom bekämpfen, sondern auch die Ursache. Ist die Ursache erkannt und behandelt, stellt der Körper die Symptome von alleine ein, das braucht allerdings etwas Zeit, und sich die in ausreichendem Maße zu nehmen ist heute für viele Menschen schwierig geworden.

vitalingo: Muss man bei der Einnahme von solchen pflanzlichen Antibiotika auf etwas bestimmtes achten, sollte man sich z.B. zuvor vom Arzt genauer untersuchen lassen oder muss man sich keinerlei Sorgen um Nebenwirkungen machen?

Wie gesagt ist eine genaue Diagnose vom Arzt erstmal gut, damit ernsthafte Erkrankungen wie Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung etc. ausgeschlossen werden können. „Natürlich“ ist nicht gleich „nebenwirkungsfrei“. Es ist wichtig, sich auch bei natürlichen Heilmitteln genau an die Anweisungen des Verordners, also des Arztes oder des Heilpraktikers zu halten. Wenn man selber „herumdoktert“, sollte man sich genau belesen, denn es gibt Pflanzen, die bei bestimmten Vorerkrankungen kontraindiziert sind.
Wichtig ist auch die bereits erwähnte Beobachtung, Verschlechterung des Allgemeinzustands und/oder Verschlimmerung der Symptome spricht häufig für ein Fortschreiten der Erkrankung und bedarf einer dringenden Abklärung durch den Arzt!

vitalingo: Wie sehen Sie dieses Berufsfeld Pflanzenheilkunde in den nächsten 10 Jahren? Wird es an Bedeutung gewinnen oder eher von den Pharmariesen erdrückt werden?

Ich denke, die Menschen werden immer häufiger wieder zu den natürlichen Heilmitteln greifen und sie werden immer verantwortungsvoller mit sich und ihrer Gesundheit umgehen, so dass ich der Pflanzenheilkunde einen großen Raum in der Zukunft einräumen würde. Unstrittig ist allerdings, dass immermehr altbewährte Pflanzen in Deutschland vom Markt genommen werden, weil sie in sehr hohen Dosen und über einen langen Zeitraum eingenommen toxisch wirken könn(t)en.

Man kann sicher darüber streiten, in wessen Interesse es sein könnte, einige sehr wirksame Pflanzen vom Markt zu nehmen. Z.B. gab es mit Kava-Kava eine sehr gute und wirksame Pflanze bei Angstzuständen, die seit 2001 in Deutschland verboten ist. Wenn man sich die Umsätze entsprechender chemischer Mittel heute ansieht, könnte man ins Grübeln kommen…..
Die Dosis macht es, wie bei allem im Leben. Alles, was ich unkritisch und ohne Sinn und Verstand zu mir nehme, kann sich negativ auf mein Leben und meine Gesundheit auswirken. Pflanzen sind Engel mit Wurzeln, Blättern und Blüten, die uns seit Anbeginn der Zeit begleiten, gemessen daran ist die Pharmaindustrie doch eher eine Eintagsfliege. Sich gut zu informieren, Pflanzen mit Bedacht zu nehmen und Respekt vor ihrer Kraft zu haben ist eine gute Art des Umgangs mit ihnen… und eine Art, die ihrem enormen Potential gerecht wird.

Vielen Dank an Aruna Meike Siewert für das Interview.

Kontaktdaten:

Praxis:
Manfred-von-Richthofen-Straße 20
12101 Berlin

info@aruna-siewert.de
www.aruna-siewert.de

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