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Sabine Ellinger

Frau Prof. Dr. Sabine Ellinger ist Ernährungswissenschaftlerin an der Hochschule Niederrhein. Vitalingo hat Sie zu den Themen Nahrungsergänzungsmitteln und Abnehmen interviewt. Im Folgenden wird Ihnen Frau Ellinger nicht nur ihre Meinung gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln mitteilen, sondern ebenfalls einige Tipps zum Abnehmen geben.

vitalingo bedankt sich recht herzlich bei Frau Dr. Sabine Ellinger für das ausführliche und informative Interview.

vitalingo: Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin seit September 2012 Professorin für Ernährungswissenschaften an der Hochschule Niederrhein. Zuvor war ich 9 Jahre an der Universität Bonn am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften in der Abteilung Ernährungsphysiologie tätig. An der Uni in Bonn habe ich vor 20 Jahren das Studium der Ernährungs- und Haushaltswissenschaften aufgenommen und nach Abschluss als Diplom-Oecotrophologin dort promoviert und habilitiert.

vitalingo: Wie stehen Sie Nahrungsergänzungsmitteln gegenüber?

Bei einer vollwertigen Ernährung kann ein gesunder Mensch die meisten Nährstoffe in den Mengen aufnehmen, die den Referenzwerten der deutschsprachigen Fachgesellschaften für Ernährung für die Nährstoffzufuhr (D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr) entspricht. Ausgenommen hiervon sind Vitamin D, Folat und Jod, deren Zufuhr in der Gesamtbevölkerung unzureichend ist.

  • Vitamin D ist in bedeutenden Mengen nur in wenigen Lebensmitteln (primär Fettfische wie z. B. Hering, Lachs, Makrele) enthalten, die in Deutschland zu selten verzehrt werden. Die mittlere Vitamin D Aufnahme mit der Nahrung liegt daher bei Kindern bei nur 1 – 2 µg und bei Jugendlichen und Erwachsenen bei 2 – 4 µg pro Tag. Die wünschenswerte Vitamin D Zufuhr von 20 µg – diese Zufuhr ist notwendig bei fehlender endogenen Synthese zur Aufrechterhaltung einer adäquaten Vitamin D Versorgung – wird von einem Großteil der Bevölkerung bei uns in Deutschland nicht erreicht. Das zeigt sich daran, dass die Konzentration von 25-Hydroxycholecalciferol im Serum, ein Indikator für die Gesamtversorgung mit Vitamin D, bei vielen Menschen unterhalb des Referenzbereiches liegt, ein Phänomen, das v. a. im Winterhalbjahr zu beobachten ist. Bei fehlender bzw. eingeschränkter endogener Synthese ist die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel in Mengen, die die Versorgungslücke decken, sinnvoll.
  • Eine Steigerung der Folatzufuhr kann durch einen höheren Verzehr von Gemüse bzw. Salat (mind. drei Portionen täglich) realisiert werden. Da Folat wasser- und lichtempfindlich ist und zudem hitzelabil, ist eine schonende Zubereitung wichtig. Gemüse sollte nur unzerkleinert gewaschen werden, besser gedünstet als gekocht und nicht unnötig lange warm gehalten werden. Darüber hinaus kann die Versorgung durch Lebensmittel verbessert werden, die mit Folsäure angereichert sind. Dies ist die synthetische Form, die im Unterschied zum Nahrungsfolat hitzestabil ist. Angereicht mit Folsäure sind z.B. Multivitaminsäfte, aber auch beim Jodsalz gibt es mit Folsäure angereicherte Produkte.
  • Die Jodzufuhr ist in Deutschland häufig nicht empfehlungsgerecht, weil die meisten Menschen in Deutschland zu selten Seefisch (weniger als zweimal pro Woche) verzehren. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Jodversorgung sind die Verwendung von jodiertem Speisesalz sowie der tägliche Konsum von Milch und Milchprodukten, die durch die Jodanreicherung von Tierfutter inzwischen einen großen Beitrag zur Jodversorgung leisten. Ein vermehrter Einsatz von jodiertem Speisesalz in der Lebensmittelindustrie wäre wünschenswert, da über verarbeitete Produkte wie Brot, Käse und Wurstwaren das meiste Salz aufgenommen wird.

Während die Versorgung mit Folat und Jod in der Gesamtbevölkerung durch eine Änderung der Lebensmittelauswahl, einer schonenden Verarbeitung bzw. Zubereitung im Falle von Folat sowie durch den Einsatz von angereicherten Lebensmitteln sichergestellt werden kann, ist zur Erhaltung eines adäquaten Vitamin D Status bei Menschen mit einer fehlenden bzw. geringen körpereigenen Vitamin D Synthese der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

Darüber hinaus sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll bei Bevölkerungsgruppen, bei denen der Bedarf an bestimmten Nährstoffen erhöht ist. Letzteres betrifft z. B. Schwangere und Stillende bzgl. Folat, Jod und Eisen. Eine spezielle Risikogruppe für einen Vitamin D-Mangel sind Säuglinge, weil die Vitamin D Aufnahme mit der Nahrung unzureichend und die körpereigene Vitamin D Synthese gering ist. Eine weitere Risikogruppe sind pflegebedürftige Senioren, bei denen infolge von Kau- oder Schluckbeschwerden sowie Appetitverlust die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen ungenügend sein kann. Menschen mit chronischen Krankheiten können einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen haben.

vitalingo: Welche Nahrungsergänzungsmittel betrachten Sie als sinnvoll bzw. welche als unnötig?

  • Gesamtbevölkerung

Die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmitteln ist in der Gesamtbevölkerung sinnvoll bei fehlender bzw. unzureichender endogener Synthese in einer Dosis, die die Differenz zwischen der Zufuhr mit der Nahrung und dem Schätzwert von 20 µg Vitamin D ausgleicht.

  • Schwangere/Stillende

Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten gemäß der D-A-CH-Referenzwerte zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung täglich 400 µg Folsäure pro Tag supplementieren, um Neuralrohrdefekten vorzubeugen. Diese Maßnahme sollte spätestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft begonnen und im Falle einer Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft beibehalten werden.

Die Einnahme von Jod in Mengen von 100 (- 150) µg pro Tag während Schwangerschaft und Stillzeit wird vom Arbeitskreis Jodmangel und vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlen, wenn die Jodzufuhr nicht ausreichend ist, was durch eine Jodanamnese eingeschätzt werden sollte.
Bei Eisen ist eine Supplementierung in der Schwangerschaft bei einem nachgewiesenen Eisenmangel sinnvoll.

  • Säuglinge

Allen Säuglingen in Deutschland wird die Gabe von 400 – 500 IE ( entspricht 10 – 12,5 µg) Vitamin D3 pro Tag im Rahmen der Rachitisprophylaxe von der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Endokrinologie empfohlen. Die Supplementierung sollte bis zum zweiten erlebten Frühsommer, d.h. in den ersten 12 – 18 Lebensmonaten, kombiniert mit der Fluoridprophylaxe erfolgen.

  • Sonstige Risikogruppen

Eine Supplementierung von Vitamin D kann bei Risikogruppen (Vegetarier, verschleierte Personen, Personen mit limitierter UV-Exposition, chronisch Kranke) sinnvoll sein.

Unnötig ist hingegen die Einnahme von Vitamin C, laut den Ergebnissen der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) das am häufigsten supplementierte Vitamin in Deutschland. Die mittlere tägliche Zufuhr liegt laut NVS II bei 152 mg und damit über der Empfehlung von 100 µg. Auch wenn 30% der Männer und Frauen laut NVS II die Empfehlung nicht erreichen, ist ein klinisch manifester Vitamin C Mangel (Skorbut) extrem selten.

Das ist plausibel, da die Empfehlung 20 % über dem Bedarf liegt und damit eine Zufuhr unterhalb der Empfehlung nicht zwangsläufig zu Skorbut führt. Anders als beim Vitamin D kann die empfohlene Zufuhr von Vitamin C über normale Nahrungsmittel sehr leicht erreicht werden. Gemüse und Obst sind die wichtigen Quellen für Vitamin C und sollten daher ein fester Bestandteil in unserer Ernährung sein.

vitalingo: Wie beurteilen Sie die heutige Ernährungsweise der Menschen?

In Deutschland ist ganzjährig ein vielseitiges Angebot an Nahrungsmitteln erhältlich. Zudem sind viele Lebensmittel mit Nährstoffen angereichert. Das erklärt, warum bei den meisten essentiellen Nährstoffen laut NVS II eine ausreichende Versorgung gewährleistet wird. Ausgenommen hiervon sind Jod, Vitamin D und Folat (s. Punkt 2).

vitalingo: Denken Sie Nahrungsergänzungsmittel können sogar beim Abnehmen helfen?

Obst als VitaminquelleNahrungsergänzungsmittel, die Enzyme wie z. B. Papain oder Bromelain enthalten, können eine Gewichtsreduktion nicht beeinflussen, ebenso wenig Kapseln mit Grünteeextrakt, Gerbstoffen, Flavonoiden, Taurin, Carnitin, Cholin, Chrom, Vitamin C und Magnesium. Das BfR warnt sogar vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die eine Gewichtsreduktion unterstützen sollen, da in diesen Produkten wiederholt Sibutramin nachgewiesen wurde, eine pharmakologisch wirksame Substanz aus der Gruppe der Appetitzügler, die in Deutschland seit Februar 2010 nicht mehr zugelassen ist.Grund sind zum Teil erhebliche Nebenwirkungen, die insbesondere bei übergewichtigen Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachtet wurden. Nahrungsergänzungsmittel, die eine Gewichtsreduktion unterstützen sollen, sind wirkungslos und bedeuten evtl. ein gesundheitliches Risiko, wenn sie Sibutramin enthalten. Daher sollte man auf die Einnahme derartiger Produkte verzichten.

vitalingo: Was machen die Leute heutzutage am meisten falsch, wenn Sie eine Diät starten bzw. abnehmen möchten?

Bei vielen Reduktionsdiäten ist die Lebensmittelauswahl einseitig, so dass eine bedarfsgerechte Zufuhr aller lebensnotwendigen Nährstoffe nicht unbedingt sichergestellt wird. Diese Diäten stellen bei längerer Anwendung daher ein Gesundheitsrisiko dar. Meistens werden diese Diäten aufgrund der einseitigen Lebensmittelauswahl nicht über einen längeren Zeitraum durchgehalten.

Problematisch sind auch stark energiereduzierte Diäten, d.h. Diäten, die weniger als 1000 – 1200 kcal pro Tag liefern und eine rasche Gewichtsabnahme versprechen. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen ist hierbei nicht gewährleistet. Das Problem ist vielen Menschen, die abnehmen wollen, nicht bewusst; sie sind häufig nur auf das Einsparen von Kalorien fixiert. Stark energiereduzierte Diäten sind riskant und sollten daher nur in seltenen Fällen und auch dann nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.

vitalingo: Haben Sie 3-4 Tipps, die Sie unseren Lesern gerne mitgeben würden, wie sie mit einfachen Tricks leichter abnehmen können?

  • Eine Reduktionsdiät ist nur dann erfolgreich, wenn Sie langfristig zu einer Umstellung des Ernährungsweise in Richtung einer vollwertigen Ernährung führt, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als Dauerkost empfohlen wird. Dies ist möglich mit der energiereduzierten Mischkost, deren Lebensmittelauswahl der einer vollwertigen Ernährung entspricht. Für die Praxis bedeutet das weniger Fleisch und Wurstwaren zu verzehren, stattdessen reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Bei Milch und Milchprodukten sowie bei Wurst- und Fleischwaren sollten fettarme Produkte bevorzugt werden. Sie haben damit gute Chancen, satt zu werden und die Diät längere Zeit durchzuhalten.
  • Die Energiezufuhr sollte nur moderat gesenkt werden, d.h. der Energiebedarf sollte nur um 500 – 800 kcal pro Tag unterschritten werden, auch wenn nur ein mittlerer Gewichtsverlust von ca. 0,5 – 0,8 kg pro Woche erzielt wird. Stark energiereduzierte Diäten, die zu einem stärkeren Gewichtsverlust führen, sind gefährlich (s. Punkt 6).
  • Nach einer Gewichtsabnahme sollte die Energiezufuhr nur langsam gesteigert werden, weil der Grundumsatz sinkt. Bei unveränderter körperlicher Aktivität ist der Gesamtenergiebedarf nach der Diät geringer als vor der Diät. Würde man nach der Diät dieselbe Kalorienmenge aufnehmen wie vorher, käme es zu einem Kalorienüberschuss, der vom Organismus in Fettpölsterchen umgewandelt wird, mit der Folge, dass das Körpergewicht steigt.
  • Eine Steigerung der körperlichen Aktivität ist hilfreich, weil dadurch der Kalorienverbrauch angekurbelt wird, und dadurch leichter eine Gewichtsabnahme zu erzielen ist. Auch nach erfolgreicher Gewichtsreduktion sollte die körperliche Aktivität unbedingt beibehalten werden, um das Risiko einer erneuten Gewichtszunahme zu senken. Körperliche Aktivität sollte daher fest in den Alltag integriert werden.
  • Vielen Menschen ist es eine Hilfe zu protokollieren, was sie verzehren. Auch ein Aktivitätsprotokoll kann ein Ansporn für mehr Bewegung sein.

vitalingo: Wie wichtig ist das Thema Trinken in Bezug auf Abnehmen und worauf sollte man achten?

Bei einer Gewichtsabnahme entstehen im Organsimus vermehrt Purine, die zu Harnsäure abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden werden. Bei Menschen, die aufgrund einer genetischen Disposition eine verminderte Harnsäureausscheidung aufweisen, kann der Harnsäurespiegel im Serum bei einer Gewichtsabnahme ansteigen. Wird das Löslichkeitsprodukt für Harnsäure überschritten, kristallisiert die Harnsäure aus und kann zu Gicht führen. Daher ist eine reichliche Flüssigkeitszufuhr beim Abnehmen wichtig.

Die Flüssigkeitszufuhr sollte auch beim Abnehmen mind. bei 1,5 – 2 L pro Tag liegen. Nach Möglichkeit sollte man ausschließlich kalorienfreie Getränke zu sich nehmen. Das ist wichtig, weil Getränke im Unterschied zu „festen Lebensmitteln“ wenig sättigen. Dadurch können kalorienhaltige Getränke die Energiezufuhr leicht in die Höhe treiben. Das gilt übrigens nicht nur für zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, sondern auch für Fruchtsäfte.

vitalingo: Es gibt auch einige Menschen, die morgens nicht frühstücken. Ist es schlimm wenn man morgens nicht frühstückt?

Ohne Frühstück kann es leicht zu Konzentrationsstörungen und zu Leistungsminderungen kommen. Das ist durchaus plausibel, weil der Organismus Energie und Nährstoffe benötigt, um leistungsfähig zu sein. Daher ist ein Frühstück eine wichtige Grundlage, auch bei einer Gewichtsreduktion.

Ohne Frühstück wird der Organismus körpereigene Energiereserven mobilisieren, die eigentlich für Notzeiten gedacht sind. Hierdurch kann es kurzfristige zu Leistungseinbußen kommen.

vitalingo: Sie haben vor, eine Studie mit Epicatechin durchzuführen? Was ist das und was möchten Sie herausfinden?

Epicatechin ist eine Substanz aus der Gruppe der Flavanole, die zu der Klasse der Flavonoide gehören. Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, denen gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Wir finden Epicatechin in hohen Mengen im Kakao, aber auch in Rotwein, Äpfeln und Birnen, in etwas geringeren Mengen auch im Grüntee.

Wir vermuten, dass das Epicatechin für die kardioprotektiven Wirkungen von Kakaoprodukten verantwortlich ist. Das möchten wir herausfinden, indem wir Epicatechin in isolierter Form verabreichen und die Wirkungen auf Blutdruck, Gefäßfunktion sowie auf den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel untersuchen. Dabei soll das Epicatechin in Mengen verabreicht werden, die auch durch den Verzehr von Kakaoprodukten aufgenommen werden.

Vielen Dank für das Interview.

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