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Surdham Göb

Surdham Göb ist ein junger, in München lebender Koch und hat 26 Jahre Erfahrung in der veganen Küche. Doch er ist nicht nur ein exzellenter Koch, sondern ebenfalls noch Buchautor. Im Jahr 2013 veröffentlichte er gleich 2 Bücher. Das erste von beiden nannte sich “ Meine vegane Küche, das zweite „Meine veganen Superfoods“, in denen er sich mit äußerst gesunden Lebensmitteln beschäftigte.

Wir bedanken uns bei Surdham Göb für das Interview.

vitalingo: Sie sind leidenschaftlicher Koch und Buchautor, wie kam es zu der Leidenschaft fürs Kochen?

Die Leidenschaft hatte ich schon immer, als kleines Kind durfte ich am Herd sein, schnippeln, ausprobieren, kochen. Meine Mutter hatte keine Angst um mich, als ich als 4 jähriger meine ersten Rühreiversuche machte.
Mit 9 konnte ich mich dann schon richtig selbstversorgen, nachdem mir das „normale Essen“ nicht schmeckte, habe ich schon angefangen viel für mich selber zu kochen. Das dann meine Leidenschaft zum Beruf und noch mehr zur Berufung wurde, kam dann erst mit den Jobs die ich gemacht hatte und der Zufriedenheit der Kunden, die mich immer weiter inspirierten weiter zu machen. Aus einer Gastronomiefamilie stammend, gab es auch einfach viel Zeit und Raum zum lernen und üben. Konnte fragen wen ich wollte, über Zubereitung und Garzeiten, das hat es einfach gemacht, Wissen anzueignen.

vitalingo: Sie haben einen Großteil der Welt bereist, egal ob Asien, Afrika oder Europa. Was trieb Sie dazu an in solch jungen Jahren die ganze Welt zu bereisen und welche Kultur hat Sie von den Essgewohnheiten bzw. dem Essen am meisten fasziniert?

Nach meiner Schulzeit, musste ich einfach raus aus den Bahnen die die Gesellschaft für einen jungen Menschen bereit hält und ich wusste, dass das was ich lernen wollte, nicht in Deutschland zur Verfügung stand damals. So musste ich raus, die Welt sehen, andere Kulturen und Völker kennen lernen, sehen wie andere Lebenseinstellungen funktionieren und dabei auch ihre Schattenseiten kennen lernen. Merken das jedes Land, jede Kultur ihren Charme hat, aber auch seine dunkle Seite. Damals habe ich nur die Schattenseite in Deutschland sehen können und empfand dies als Bürde. Im Urlaub liebt man ja oft den Platz an dem man ist, die Sonne, das Meer, die Menschen, die Offenheit. Wenn man sich erlaubt länger zu bleiben, lernt man kennen, dass es Korruption gibt, das ein Handschlag kein Versprechen sein muss, das Dreck auf den Straßen und Armut einen auch deprimieren können.

Ich musste alles erleben um Deutschland lieben zu lernen und seine große Freiheit überhaupt erst zu erkennen. Man sieht klarer wenn es einen Kontrast gibt.
Das mit dem Essen fand ich immer spannend unterwegs und ich habe mir auch oft eine keine Reiseküche angeschafft unterwegs, um mich selber von lokalen Märkten versorgen zu können. Ich kann nicht sagen welches Land ich am interessantesten fand. Da jede Küche seine Spezialitäten hat. Ich weiß nur, dass es ein absoluter Luxus war, exotisches und außergewöhnliches an Orten zu probieren, wo es in Saison war, frisch, kraftvoll. Einfach weil ich dadurch gelernt habe, wie Obst und Gemüse schmecken kann und soll. Wann es reif ist, welche Farbe es haben soll, wie es sich anfühlt, wenn es gesund und von Kraft nur so strotzt.

Mangos, Avocados, Kokosnüsse, Ananas, Bananen einfach vom Baum oder der Staude schneiden und essen. Zitronengras erleben als eine Art Unkraut, da es solche Riesenbüsche werden können. Ein Zelt unter einem Tamarindenbaum aufschlagen der gerade seine Früchte abwirft. Frisch geerntetes Seegras, lila Süßkartoffeln, Drachenfrüchte in pink und weiß, Kiloweise. So habe ich einfach Erfahrung gesammelt die es für mich hier nicht gegeben hätte, Erfahrung, die mir in meinem Beruf sehr zu gute kommt.

Laotische Küche finde ich faszinierend, die Mischung aus asiatischem und französischem, einfach genial.
In Indien gibt es unglaubliches Snackfood an Bahnhöfen direkt vor Ort gekocht mit einfachsten Mitteln. In Thailand kann einfach jeder kochen, egal wo man isst, schmeckt es. In Malaysia nennt man es vegetarisch, wenn Schwein, Fisch und Huhn im Essen ist und ein Spiegelei darüber gelegt wird.

So gibt es in jedem Land seine Spezialitäten und Eigenheiten und jedes Land hat vegane Speisen und das war für mich immer das Interessanteste, meist sind es nicht viele, aber wenn man viele Länder bereist eignet man sich schon einen unbezahlbaren Schatz an Know How an. Der mit Büchern und Internet einfach nicht nach gelebt werden kann.

vitalingo: Im September 2013 wurde ihr Buch „vegane Superfoods“ veröffentlicht? Was hat Sie dazu bewegt, ein solches Buch zu veröffentlichen?

vegana-superfoods

Es war einfach an der Zeit, nachdem die Superfoods bei uns immer erhältlicher wurden, sie den Menschen vorzustellen. Beim Reisen habe ich ja vor Ort viele der kleinen Nährstoffbomben live und frisch erlebt. Das hat vor ein paar Jahren, keinen Sinne gemacht die Menschen darüber zu informieren. Aber jetzt wo sie gang und gebe sind, ist es einfach auch wichtig den Wissensinteressierten vorzustellen, was man mit Superfoods alles anstellen kann, wie man sie kombinieren kann und in welcher Kombination sie schmecken.

vitalingo: Was darf der Leser von diesem Buch erwarten?

Einfach hilfreiche Tipps und Rezeptideen von einem Mann der viel mit Superfoods experimentiert hat. Gleichzeitig ist es ein Kochbuch, also nicht reine Rohkost Küche, sondern viel gekochtes auch. Einfach eine ausgewogene Ernährungsbasis für Menschen in unserem Breitengrad, mit den verfügbaren Zutaten. Für einige Superfoods muss man den Onlinehandel noch nutzen, wobei der Einzelhandel mit vielem nachzieht. Es gibt mittlerweile rohe Kakaobohnen, Kakaobutter und Gojibeeren in jedem Bioladen. Für peruanischen Carob (nicht mit dem afrikanischem zu verwechseln) und Camu Camu muss man noch online gehen. Was ja heute eigentlich jedem Zugemutet werden kann.

Gleichzeitig ist es eine kleine Reise in meine Zweitheimat Bali, wo wir das Buch fotographiert haben und somit kommt ein bisschen Urlaubsstimmung mit ins Haus. Für die Rezepte war es nicht wichtig wo wir es produzierten und wir wollten einfach einen anderen Ort wählen als das Fotostudio von Oliver, und uns damit eine weitere Herausforderung stellen. Ein Abenteuer. So wie das Leben einfach auch in echt ist. Jeder kann die Rezepte daheim nachkochen mit Zutaten die es bei uns im Bioladen gibt.

vitalingo: Haben Sie schon eine Idee für ein neues Buch und falls ja, was wird das Thema sein?

In Buch drei gehe ich tiefer ein in eine einfachere Küche, simpler über den Tag verteilt. Frühstück, Mittag und Abendessen. Es bleibt bei einem klassischen Kochbuch, das was darin speziell sein wird ist das Küchenabläufe zur Verfügung stehen, in einer Art Stundenplan. Das wenn man will eine vegane Woche kochen kann. Vorbereitungen werden im Tagesablauf angegeben. Zum Beispiel steht dann da das man die Kichererbsen zum Abendessen schon einweichen soll für den nächsten Tag, sie dann neben dem Mittagessen zubereiten nebenbei schon kocht um sie dann Abends zu verwenden. Brotteige am Abend vorher gemacht werden können, gleichzeitig aber natürlich auch die Möglichkeit besteht beim Bäcker ein Brot zu holen.

Einfach zugängliche Struktur, die dann wenn man dies ein zwei mal durchgegangen ist besser versteht wie man sich in seiner eigenen Küche aufstellt, das man immer was gutes, selbstgemachtes zu Essen bekommt.

vitalingo: Welches ist dein persönliches Lieblingssuperfood und haben Sie eine Top 3 von Superfoods, die jeder Leser in seinem Hause haben sollte?

Ganz klar Kakao, in allen seinen Formen, als Kakaobutter, Kakaopulver, Kakaonips, als ganze Bohne. Die Einfachheit wie man an selbstgemacht Schokolade kommen kann, ohne Zucker oder Milchpulver ist genial. Gojibeeren liebe ich, vor allem in großen Gebinden, da ich sie sehr gerne zu mir nehme. Aber ich glaube da ist jeder anderes und jeder hat einen anderen Bedarf an kleinen Helferlein. Es ist auch von Saison zu Saison unterschiedlich. Manchmal hat man mehr Lust auf frisches und nimmt nur Grünes zu sich, ein anders Mal braucht man mehr Kraft und greift zu Hanfsamen, ein anderes mal ist die Seele angeschlagen und der Shake in der Früh schaut aus wie eine Schokoladenparty. Das muss jeder für sich ausprobieren, ich finde dies am einfachsten wenn man in das Regal kuckt und einfach nach dem greift das einen anzieht und sprichwörtlich anlächelt, wie es auch die Maulbeeren so schön machen können.

vitalingo: Was sind deine 3 Tipps, die man bei einer gesunden Ernährung definitiv beachten sollte.

Der beste Tipp ist es auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören und ab und an den extra Aufwand zu betreiben um sich selber Essen zu kochen. Das kochen bzw. das zubereiten von Speisen wieder zu entdecken mit Freude. Ich weiß die Arbeitstage sind lang und nach vielen Stunden unterwegs, am Rechner, im Büro oder auf der Baustelle hat man keine Lust mehr zu kochen. Doch die Küche ist eine kreativ Werkstatt die jeder Mensch zu Hause hat, ein Platz an dem man sich austoben kann, wo man Dreck machen kann, wo es dampft und brutzelt, es riecht und schmeckt. Hier ist es nur wichtig sich gut aufzustellen, das es einfacher wird. Ein Herd, ein gutes Messer ein paar Töpfe, Pfannen und schon kann es los gehen.

Wichtig finde ich gutes Salz, gutes Öl, hier wird zu oft am falschen Ende gespart. Frische Zutaten., wie Gemüse und Obst.
Zu guter Letzt, es handelt sich um Essen, also nicht zu viele Gedanken machen, lieber mal was neues ausprobieren, nicht immer die selben Linsen und Nüsse kaufen, sondern abwechseln, abwechseln, abwechseln.

vitalingo: Nun hat das vegane Essen in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen, wie erklären Sie sich diesen Zuwachs?

Die Menschen merken einfach, das die Industrie gar kein gutes Essen zubereiten kann, durch die Produktionsgrössen und den Preiskampf auf dem Markt. Der Verbraucher will keinen dicken Bauch, will gesund und fit sein. Und wenn das so einfach geht wie mit veganer Ernährung dann stellen Menschen gerne um. Die Fleischskandale, die Eierthematik, die Zustände in der Fleisch und Milchproduktion sind ja auch erschütternd. Da tuen Menschen sich gerne was ab und wollen einfach den Beitrag leisten den sie einfach leiten können. Und mittlerweile ist ja auch vielen Menschen bewusst geworden, dass vegan mit Verzicht nichts aber rein gar nichts zu tun hat. Ganz im Gegenteil der Genuss viel mehr im Vordergrund steht. Ob ich eine Leberkassemmel zu Mittag esse, oder einen genialen Salat mit leckeren  Melonenstücken oder gegrillten Austernpilzen esse, das spürt man, das wird man auch schon beim lesen hier merken wie sich das eine im Magen anfühlen wird und wie das andere.

Die große Popularität des Veganismus hat nur den kleinen Schatten, das auch viel auf den Markt kommt das den ursprünglichen Wünschen der Verbraucher kaum nahe kommt und das man schon gucken muss, dass vegan nicht immer auch gesund bedeutet. Aber das ist eine Sache die ich jedem zutraue, sich selber einzuschätzen was einem gut tut und was nicht.

vitalingo: Nun gibt es trotz der wachsenden Popularität an veganem Essen, auch Kritiker, die meinen, es würden wichtige Nährstoffe dadurch fehlen, da man z.B. kein Fleisch mehr zu sich nimmt. Wie stehen Sie zu dieser Meinung?

vegane kuecheAch, das kann ich schon verstehen, vor allem von Menschen die sich rein Wissenschaftlich an die Sache begeben. Klar Fleisch einfach weglassen ist keine Lösung, man sollte da schon eine vegane Küche neu erlernen. Deshalb auch der Titel von meinem ersten Buch, „meine vegane Küche“, das ist meine vegane Küche, meine Art die vegane Küche zuzubereiten.
Wissenschaftlich gesehen, werden ja für Blutwerte sagen wir mal 1000 Probanden genommen und der Durchschnitt der Blutwerte sagt dann was gesund ist.

Mir ist das zu verallgemeinert. Klar wenn man das Gefühl hat das einem was fehlt ist es toll, dass es die Wissenschaft gibt die einem Hilfe bieten kann. Doch Mangelerscheinungen sind bei Fleischessern meiner Meinung nach viel höher als bei Veganern die sich abwechslungsreich ernähren. Mangelerscheinungen bekommt man aus meiner Sicht durch einseitige Ernährung. Immer Dinkelbrot wird auch wenn Dinkel „besser“ ist als Weizen zu Mangelerscheinungen führen. Einfach weil es immer das Selbe ist. Das ist wie mit den Maisfeldern, immer Mais auf dem selben Feld macht den Boden kaputt. Wenn man Karotten, Mais, Kohl und so weiter im Wechsel anbaut dann gibt der Boden auch mehr her.

vitalingo: Was denken Sie sind die häufigsten Mangelerscheinungen, die bei „falscher“ veganer Ernährung vorkommen könnten und welche Mittel gibt es, diese durch andere vegane Nahrungsmittel zu kompensieren?

Mir scheint Eisenmangel häufig vorzukommen, da helfen alt hergebracht ein Nagel im Apfel oder einfach mal wieder ein altes Messer auspacken, das aus Eisen besteht um damit einen Apfel aufzuschneiden. Sonst sind Brennelsamen toll. Kann man auch geduldig selber sammeln.

Kalzium ist durch die vielen Nüsse die Veganer essen gut aufgefangen, mit Protein hat eh keiner Probleme, meiner Meinung nach. Vitamin B12 ist wohl das, wovor die meisten Angst haben. Aber ein bisschen ungeschältes Gemüse, sauer Eingelegtes und ein gesunder Darm haben das auch unter Kontrolle.

Ich finde es einfach wichtig einen Kontakt zu sich zu haben und den Kontakt mit der Natur im weitesten Sinne. Also auch ein Stadtpark ist Natur, die Sonne auf sich scheinen lassen einfach mal zwischen drinnen, den Regen auch mal auf der Haut spüren auch wenn es unangenehm ist.

Jeder Mensch weiß einfach was ihm gut tut, was ihm Kraft gibt, was ihm Kraft raubt, was ihn ermüdet und jeder muss für sich selber raus finden wie er das machen kann. Aber jeder kann es einfach, es ist wie laufen lernen, nach ein paar mal hinfallen hat man es einfach drauf, so ist es mit dem Essen auch. Nur nicht so einen Kopf machen und lieber mit Freude und Spaß in die Gemüseabteilung gehen und sich inspirieren lassen von den Farben, den Gerüchen, den Formen. Das macht einen gesund. Die Hände Essen berühren lassen, es mir Ehrfurcht behandeln, es mit Ästhetik zubereiten, Sanft mit den zarten Blättern umgehen und die Pilze aber scharf anbraten das es knistert. Dem Gemüse auch zuhören, was gegessen werden will, und was gerne noch einen Tag im Obstkorb liegen bleibt.

Ich wünsch euch einfach viel Spaß beim kochen und eurem erleben von Nahrung und ich helfe euch gerne mit dem was ich mir über viele Jahre hab einfallen lassen. Das ihr aus meinen Experimenten die teilweise lange gedauert haben einen Nutzen habt. Das mag sich alles so locker und easy going anhören, aber ich habe mit vielem eine harte Schule gehabt und es war nicht immer einfach, um auf diese laissez faire Einstellung zu gelangen. Ich hoffe das euch meine Arbeit inspiriert und ihr euch damit ein Stück Lebensfreude nach Hause holen könnt. Bald könnt ich auch wieder bei mir in meiner Kochschule vorbei kommen oder euch in Surdhams Kitchen, in München bewirten lassen 😉

Vielen Dank für das Interview

Wenn Sie mehr über Surdham Göb und seine Bücher erfahren möchten, finden Sie weitere Infos unter: www.surdhamskitchen.com

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