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Ursula Stumpf

Dr. Ursula Stumpf ist eine Expertin wenn es um Heilkräuter geht. Sie ist nicht nur Apothekerin, sondern ebenfalls Heilpraktikerin und Autorin von verschiedenen Kräuter und Pflanzenbüchern. vitalingo bedankt sich bei Dr. Ursula Stumpf für das ausführliche Interview.

vitalingo: Wollten Sie schon immer Apothekerin bzw. Heilpraktikerin werden oder hatten Sie auch andere Ideen?

Ursula Stumpf: Als Kind wollte ich Bäuerin werden. Das war ganz selbstverständlich für mich, denn ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und die meisten unserer Verwandten waren Bauern. Aber mein Vater meinte, ich sollte ruhig erstmal das Abitur machen. Dann wollte ich gerne Ärztin werden, aber dafür fehlte das Geld. Die Ausbildung zur Apothekerin bot damals die Möglichkeit, erst 2 Jahre Praktikum zu machen und dann als „Vorexaminierte“ (das entspricht heute einer pharmazeutisch-technischen Assistentin, PTA) genügend Geld für das Studium zu verdienen.

Und da mich Naturwissenschaften schon immer interessierten, wurde ich zur Apothekerin. Ursprünglich wollte ich nach dem pharmazeutischen Staatsexamen noch Medizin studieren, hatte dann aber einfach keine Lust mehr auf Lernen und Pauken und entschied mich zur Promotion. Dabei kreuzte eine Pflanze aus Peru meinen Weg. Der Arzt und Pflanzenforscher Dr. Willmar Schwabe hatte sie von einer seiner Expeditionen mit nach Karlsruhe gebracht und war überzeugt davon, dass sie auch uns Europäern das Herz stärken könne.

Sie durchlief erfolgreich all die medizinischen Tests und meine Aufgabe war dabei, die Pharmakokinetik untersuchen. Das ist der Weg, den ein Medikament durch den Körper nimmt, wie es dabei abgebaut, verändert und schließlich ausgeschieden wird. Das war wissenschaftliche Forschung pur und hat mir großen Spaß bereitet.

vitalingo: Was hat Sie letztlich dazu bewegt die gesundheitliche Schiene zu fahren?

Ursula Stumpf: Das Gesundwerden hat mich schon immer fasziniert. Welche Unterstützung braucht der Körper (und der Mensch) um wieder in seine eigene Kraft zu kommen und gesund zu werden? Und noch wichtiger: wie stelle ich es an, gesund zu bleiben. Gesundheitsvorsorge war und ist mein Anliegen und das machte mich zur Heilpraktikerin. Da meine kleinen Töchter von Neurodermitis und Allergien geplagt waren, habe ich dadurch viele Erfahrungen in alternativen Heilmethoden gesammelt. Das konnte ich später in meiner Praxis als Heilpraktikerin nutzen und vielen Kindern und Erwachsenen damit helfen.

vitalingo: Sie sind nicht nur Apothekerin und Heilpraktikerin, sondern auch Autorin von Büchern zum Thema Heilpflanzen. Wie kam es zur Faszination von Heilkräutern?

heilkraueter-buecherUrsula Stumpf: Die Pflanzen, in deren Mitte ich aufgewachsen bin, haben mich irgendwann quasi wieder „eingeholt“. Die Ausbildung in Pflanzenheilkunde in der Heilpraktikerschule, die ich in den 1980ger Jahren besuchte, war so katastrophal, dass ich meine verzweifelten KollegInnen zu einem Kräuterspaziergang einlud, auf dem ich ihnen zeigen konnte, wie diese Pflanzen aussahen und welche Fähigkeiten sie hatten.

Anschließend fragte mich ein Freund, ob ich nicht in seiner neu gegründeten Heilpraktikerschule Heilpflanzenkunde unterrichten wollte. Und das war der eigentliche Wendepunkt. Ein halbes Jahr lang bereitete ich diesen Kurs vor – und grub dabei aus vielen alten Kräuterbüchern unzählige Pflanzengeschichten hervor.

Diese Mischung aus Faktenwissen und Geschichten sollte bei den Lernenden die rechte und die linke Gehirnhälfte gleichermaßen anregen und somit das Lernen und Behalten dieses immensen Wissens erleichtern. Das kam sehr gut an und wurde ein voller Erfolg. Durch diese Vorbereitung und den Unterricht lernte ich selbst sehr viel Neues – und die Heilpflanzen faszinierten mich in ihrer Vielfältigkeit immer mehr und ließen mich seitdem nicht mehr los.

vitalingo: Welcher Grund war ausschlaggebend dafür, dass Sie Ihr Wissen über Heilpflanzen teilen wollten und angefangen haben Bücher zu schreiben?

Ursula Stumpf: Die Kursteilnehmer fragten immer häufiger nach Büchern und Unterlagen, in denen sie nachlesen konnten, was ich erzählte. Das gab es damals noch nicht – und so setzte ich mich daran, mein erstes Buch zu schreiben. „Von Magie bis Phytotherapie“ steckt voll geballter, kurz gefasster Informationen, gepaart mit kleinen Geschichten.

Es ist ein Nachschlagewerk für Jeden, der etwas über Heilpflanzen erfahren möchte. In der Folgezeit kamen zu meiner eigenen Überraschung immer wieder Verlage auf mich zu und ich bekam Gelegenheit, all meine Erfahrungen mit Heilpflanzen aus der Praxis und meinen Seminaren in Büchern weiter zu geben.

vitalingo: Bei welchen gesundheitlichen Beschwerden sollte man auf Heilpflanzen zurückgreifen und bei welchen wäre es besser, ein chemisch erzeugtes Medikament zu verwenden?

Ursula Stumpf: Pfefferminze auf die Schläfen gerieben hilft bei Kopfschmerzen genauso gut und genauso schnell wie eine Kopfschmerztablette. Ich bin überzeugt davon, dass man mit Hilfe von Pflanzen gesund bleiben kann. Dazu gehört auch die tägliche Handvoll grüner Kräuter (oder „UnKräuter“), die man selbst im Winter in den Salat schneiden oder aufs Butterbrot legen kann.

Dazu gehören immer auch die verschiedensten Teesorten. Zum Beispiel kann man den täglichen Flüssigkeitsbedarf von etwa 2 Litern gut mit sehr dünnen Kräutertees (1 gehäuften Teelöffel auf 1 Liter heißes Wasser) decken und damit seiner Gesundheit regelmäßig etwas Gutes tun.
Wer allerdings nach 2-3 Tagen heftige Beschwerden oder hohes Fieber nicht in den Griff bekommt, sollte sich natürlich die Hilfe eines Therapeuten holen.

vitalingo: Was sind Ihrer Meinung nach Vorteile der Naturheilkunde gegenüber der schulischen Medizin?

Ursula Stumpf: Bei einem synthetischen Medikament delegiert man das Gesundwerden sehr häufig an das Medikament. Wenn es nicht wirkt, nimmt man halt das nächste. In der Naturheilkunde wird der ganze Mensch behandelt und nicht nur sein Symptom. Wir gehen davon aus, dass jedes Symptom auch eine Bedeutung für den Kranken hat – meistens ist er irgendwo zu sehr über seine eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten hinweg gegangen. Diese Botschaft gilt es zu finden und zu verstehen. Das erleichtert das Gesundwerden.

Das Immunsystem bekommt dabei neue Energie, erstarkt und kann den Körper in Zukunft besser schützten. Das allerwichtigste ist die Eigenverantwortung, die jeder Mensch für sich und seine Gesundheit übernehmen sollte. Diese Erfahrungen und das daraus folgende Handeln machen stark und gesund.

vitalingo: Was sind Ihrer Meinung nach die Kräuter bzw. Pflanzen, die man unbedingt im Haushalt haben sollte und weshalb?

kraeuter-für-koerper-und-seele-buchUrsula Stumpf: Meine Favoriten sind Schafgarbe, Ackerschachtelhalm, Löwenzahn, Weißdorn und Holunderblüten. Schafgarbe hat auch den Beinamen „Heil aller Welt“ – sie hilft bei allen Beschwerden, die mit schlechter Verdauung, Unwohlsein und Kopfschmerzen zusammenhängen – und sie hilft sehr gut bei allen Arten von Menstruationsbeschwerden. Der Ackerschachtelhalm stärkt Haut, Schleimhaut und Bindegewebe, Haare, Nägel, Knochen und Zähne, hilft bei Husten und regt die Nieren an.

Obendrein hält er die Blutgefäße sauber und beugt damit Herz-Kreislauferkrankungen vor.Pfarrer Kneipp hat gesagt, dass jeder Mensch ab 40 täglich ein Tässchen Ackerschachtelhalm trinken sollte. Löwenzahn mit seinen Bitterstoffen, vielen Vitaminen und Mineralien kurbelt den gesamten Stoffwechsel an und reinigt den Körper. Weißdorn hilft bei allen Arten von Herzbeschwerden, auch wenn sie durch Stress oder Kummer verursacht sind. Und die Holunderblüten schützen vor Erkältung, Ansteckung und Fieber.

vitalingo:  Gibt es denn bestimmte Fehler, die man bei der Einnahme von Heilpflanzen beachten sollte? Gibt es Nebenwirkungen z.B. bei erhöhter Einnahme?

Ursula Stumpf: Bis auf Weißdorn und Ackerschachtelhalm (das sind wirklich die zwei einzigen Ausnahmen) sollte man keinen Tee aus einer Heilpflanze länger als 4-6 Wochen trinken. Nur durch den regelmäßigen Wechsel nach dieser Zeit kann der Körper die verschiedenen Reize und Hilfen annehmen und umsetzen. Bei längerer Einnahme gewöhnt sich der Körper daran und die Wirkung lässt nach.

Auch Heilpflanzen können Nebenwirkungen hervorrufen. Zum Beispiel können all die Pflanzen mit ätherischen Ölen bei entsprechend veranlagten Menschen Allergien auslösen. Allergiker sollten vorsichtig sein mit allen Minzarten, Thymian, Lavendel oder Salbei.

Eine zu hohe Dosierung kann bei einigen „giftigen“ Pflanzen Übelkeit und Erbrechen auslösen. Da gilt der Satz von Paracelsus: „Allein die Dosis entscheidet, ob etwas ein Gift oder ein Heilmittel ist“. Um das zu lernen, ist es wichtig, die Pflanzen und den Umgang damit wirklich kennenzulernen. Am besten geht das auf Kräuterwanderungen in der heimischen Umgebung, an denen man immer wieder teilnimmt.

Damit es keine Nebenwirkungen gibt, empfehle ich den Tee nur sehr dünn aufzugießen. 1 Tl auf 1 Liter kochendes Wasser ist meistens völlig ausreichend. So ein Tee schmeckt besser und entfaltet ebenfalls seine Wirkung. Sehr wichtig ist es, dass jeder Mensch selbst herausfindet, wie und wann ihm ein Tee gut schmeckt – dann wirkt er auch am allerbesten.

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Sebastian Vigl

Sebastian Vigl ist ein in Berlin ansässiger Heilpraktiker. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem in den ...